Über

Hallo, ich heiße Mareike, bin 20 Jahre alt und komme aus Mecklenburg Vorpommern. Ich bin als eine der ersten Freiwilligen im September 2008 mit dem neuen weltwärts - Programm des Ministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) nach Indien gegangen, um im Bundesstaat Karnataka einen entwicklungspolitischen Freiwilligendienst zu leisten. In diesem Blog erzaehle ich von meinen Erfahrungen bei der Vorbereitung, während meines Aufenthalts und nach meinem Auslandsjahr, um v.a. auch meine UnterstützerInnen, die dieser Einsatz benötigt, um durchführbar zu sein, auf dem Laufenden zu halten.

Alter: 28
 
Schule: Joliot-Curie Gymnasium in Röbel/Müritz
Universität: wahrscheinlich ab Wintersemester 2009 in der Uni Potsdam


Mehr über mich...

Als ich noch jung war...:
war ich so, wie ich jetzt bin! Never give up, never slow down, never grow old, never ever die young!

Wenn ich mal groß bin...:
Dann will ich einen Beruf haben, in dem ich etwas bewegen kann. Z.B. in einer NGO für Entwicklungshilfe, Verbraucher- oder Umweltschutz, im Bundes-oder Landtag bei den Grünen oder im Europaparlament. Arbeit bei der UNO würde ich natürlich auch nicht ablehnen... ;P

Ich wünsche mir...:
dass meine Reise im Maerz durch Rajasthan und Nepal ein voller Erfolg wird!

Ich liebe...:
meine Familie, wenn die Sonne scheint, sich auf Wasser spiegelt, durch grüne Blätter fällt, die Bäume leise im Wind rauschen, wenn man lacht und für einen Moment alles um einen herum vergessen kann. Ich liebe Kerzen in dunklen Räumen, ruhige Klaviermusik, zu tanzen, Neues zu entdecken, sich da richtig zu fühlen wo man ist, und nicht zu denken, etwas zu verpassen.

Man erkennt mich an...:
Meinen blonden Haaren, meinen braunen Augen, meiner Größe (1,80m) und an meiner Lust, über Politisches zu reden und überhaupt zu reden, bis der Mund fusselig wird.

Ich grüße...:
natürlich alle, die mich gern haben und mich unterstützen!



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Blog

verpatztes Workcamp und letzte Tage

Hallo,

da bin ich wieder in Kundapur und habe vor lauter Stress im dann doch nicht mehr so geilen Workcamp keine Musse mehr gehabt, darueber zu berichten.

Also erzaehle ich euch die Geschichte jetzt:

Den letzten Eintrag habe ich wahrscheinlich am dritten Tag des Camps geschrieben, wo noch alles schoen, die Leute zufrieden und das meiste im Lot war. Dann am Abend direkt, nachdem ich gerade in meinen Blog geschrieben hatte, wie “nett” die Kanadiern doch sei und ich nicht verstehen wuerde, warum Deepak ein Problem mit ihr haette, ist es zur Explosion gekommen und das erste Workcampdrama entfaltete sich:

Da zum Zeitpunkt der Ankunft der Freiwilligen nur 7 Raeume mit der Kapazitaet von 16 Betten bereit stand, aber 25 Freiwillige eintrafen und die Matratzen erst nach dem Zaehlen der angekommenen Freiwilligen angeschafft wurden, kam es dazu, dass fuer 3 Freiwillige nur sehr kurze und duenne Matrazen geliefert wurden, womit sich 2 Leute nicht abfinden wollten, u.a. Barbara, 40 something aus Kanada. Ihr wurde bis zum naechsten Tag eine dickere Matratze versprochen und Deepak dafuer verantwortlich gemacht. Bis zum uebernaechsten Abend war jedoch noch keine dickere Matratze eingetroffen, sondern jeweils nur zwei der gleichen Art zum drueberlegen, was Barbara auch nicht hinnehmen wollte. Sie fuehlte sich verraten und wollte umgehend eine dicke Matraze, die ich dann persoenlich organsieren wollte, aber von Deepak und Mr. Padhmanabhan, dem alten Koordinator abgehalten wurde. Es war ein Hin-und Her in dem Barbara immer furiger wurde, Deepak immer mehr in die Defensive ging und der abwesende Mr. Padhmanabhan auf seiner Position verharrte. Ich rief Daya an und bat ihn um seine Meinung und er sagte, es muesse eine Matraze angeschafft werden. Ich war drauf und dran, doch dann war es schon 9 Uhr abends und die Geschaefte hatten geschlossen. Die vor Wut schnaubende Barbara hatte ihren Entschluss gefasst, packte ihre Sachen und verliess dramatisch das Camp.

Das war der erste Streich. Am naechsten Morgen waren auf wundersame Weise 2 dicke Matrazen arrangiert worden und das Camp konnte beginnen.

Am Mittag gingen wir zusammen zu einer Behindertenschule mit angeschlossenem Kindergarten, wo wir eigentlich fuer den ganzen Tag hinkommen sollten. Doch da wir zu viele Freiwillige waren und es zu wenig Arbeit gab, mussten wir den Nachmittag mit der Unterrichtsplanung der naechsten Tage verbringen, was allerdings auch nicht schlecht war. Dann war es Donnerstag und wir gingen zu einer Highschool, in der wir fuer die 3 Wochen unterrichten sollten. Allerdings durften wir nur eine Stunde anstatt der vereinbarten 2 bleiben und die Freiwilligen hatten unerwartet Freizeit. Am Freitag durften wir einmal fuer 2 Stunden bleiben, doch am Montag und Dienstag der folgenden Woche waren leider auf einmal Exams angesagt, weswegen wir nicht in die Schule gehen konnten und wir eine neue Loesung finden mussten. Die war dann der Besuch einer Blindenschule fuer 2 Stunden, in der wir ohne den zu spaet kommenden Mr. Padhmanabhan nicht haetten arbeiten koennen, weil die Kinder nur Malaialam sprachen. Dort konnten wir jedoch nur einen Tag sein und es musste eine weitere Schule gefunden werden, um unsere Freiwilligen zu “beschaeftigen”. Die waren mittlerweile schon recht unmutig, weil sie sich nicht gebraucht und ihr Arbeit nicht als hilfreich empfanden. Sie fuehlten sich eher wie Clowns vor den Kindern und monierten den Mangel an ernsthaftem Bedarf fuer ihren freiwilligen Dienst. Ausserdem hatte es seit dem Beginn des Camps jeden Tag das gleiche Essen gegeben, was selbst mir, als erprobte Fishcurry in Hostfamily Esserin bald aus dem Halse heraushing. Der Ayurvedaunterricht entsprach ungluecklicherweise auch nicht den Vorstellungen der Mehrzahl der Freiwilligen, da diese mit praktischer Arbeit, Treatment-Vorfuehrungen oder Sonstwas gerechnet hatten und nicht mit schulaehnlichen Vorlesungen durch englisch radebrechende indische Doktoren. Die Haelfte der Freiwilligen blieb dem Ayurvedaunterricht demnach schon nach dem 2. Mal fern und die andere Haelfte schlief waehrend des Unterrichts durch. In den folgenden Tagen kamen immer weniger zum Unterricht, bis ich am ersten Freitag mit nur 5 anderen im Klassenraum sass, was sich bis zum naechsten Freitag auf 2 reduzierte. Der Yogaunterricht wurde dagegen recht gut angenommen, doch da er fuer 2 Stunden von 6.30 bis 8.30 Uhr morgens angesetzt und die Leute den Hang hatten, bis um 1 Uhr morgens draussen Bier zu trinken, wurde auch dort die Zahl der Teilnehmer immer geringer. Die Daily Meetings waren gepraegt von einer recht agessiven, anklagenden, negativen Stimmung und ich konnte von Glueck sagen, dass ich mein Zimmer mit so netten, unterstuetzenden und postiven Maedels teilte, die mich tagtaeglich wieder aufbauten. Nicht, dass ich jemals so fertig war, wie in Dharamsala aber ich war schliesslich auf mich allein gestellt und die gesamte Last der Organisation lastete auf meinen Schultern. Am Freitag hauten dann 5 Franzosen und 1 Grieche vorzeitig ab, was angeblich “gar nichts mit dem Camp zu tun gehabt” haette , die “einfach nur mehr Zeit zum Reisen braeuchten” und so war nach dem Wochenende (das ich schoen bei viiiel Schokokuchen und westlichem Essen in Cochin verbrachte) auf 18 Leute reduziert. Im Laufe der Woche verabschiedeten sich troepfchenweise mehr und mehr Leute, auch am Mittwoch meine Zimmergenossinnen, denen ich dann kurzentschlossen am Donnerstagabend nach Hampi folgte. Das war noch schoen, aber ich war echt froh, dieses bloede Camp mit dem vielen Regen, immergleichen Essen und der schlechten Stimmung entronnen zu sein.

Jetzt bin ich wieder in Kundapur und tuedel so vor mich hin und lasse die letzten zwei Wochen hier leasurely vergehen.

Wir sehen uns alle bald!!!

Viele Greusse, eure Mareike

1 Kommentar 3.8.09 06:11, kommentieren

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Partys, Farewells and Workcamps

Hallo ihr Lieben,

ich melde mich mal wieder aus Kerala, wo ich gerade mein 2. grosses Workcamp leite. Soweit sieht alles so aus, als wuerde es ein erfolgreiches und nettes Camp werden. Gestern sindvon 23 angemeldeten Volunteers 25 angekommen und der Grossteil ist wirklich super umgaenglich und symphatisch. Sie haben sich nicht beschwert, dass es icht genuegend Betten in den Raeumen gab und sie deshalb auf Matrazen auf dem Boden schlafen muessen. Habe die nettesten Maedels als meine Zimmergenossinen (habe ich natuerlich versucht schon durch die Auswahl von symphatischen Namen zu beeinflussen) und ich habe bislang keine Autoritaetsprobleme. Keiner hat bislang daran herumgenoergelt, dass ich erst 20 bin und auch nicht ueber's Essen oder ueber den Fakt, dass wir mit Haenden essen. Vielleicht seh ich das Ganze jetzt auch schon entspannter oder nach Himachal Pradesh konnte es nur noch besser werden, ich weiss es nicht. Mein Assistant Team Leader - ihr habts richtig gehoert, ich bin offiziell voller Team Leder des Camps - ist ein sehr unerfahrener, etwas eingeschuechterter 21 Jaehriger Collegegraduate aus Kundapur. Es ist sein 2. Camp und er hat augenscheinlich Angst vor starken Frauen (heute hat er mich gebeten, die 44 Jaehrige Canadierin aus seiner Gruppe fuer die Schule zu nehmen, weil "er sie noch nicht so gut kenne"...Naja am Ende habe ich sie in seiner Gruppe gelassen, ist ja auch wirklich ne nette Frau und es ging wohl auch gut. Muss ihn jetzt nur noch mal darauf ansprechen, was genau das Problem war.

Ja, heute war der erste Tag und die Yogastunde um 6.30 Uhr war vielversprechend, die Leute sind puenktlich sowohl zum Schulbesuch als auch zum Ayurvedaunterricht angetanzt und  Letzterer war auch ok, obwohl der Arzt, der uns unterrichtet zwar ein Konzept, aber kein Logisches hat, wie er uns unterrichtet. Sein Akkzent fuehrte uns dann manchmal in die Irre a la "Did he just say that after 1 year he got diharrhoa?" when he said, "only after one year I got the idea..." ha

Morgen gehen wir in eine Behindertenschule und renovieren dort, indem wir irgendwelche Loecher im Boden zuschuetten und  den Boden zementieren, Waende streichen und bemalen, die Kindergartenkinder unterrichten und den Behinderten behilflich sind. Die folgenden Tage gehen wir morgens fuer 2 Stunden in Schulen und machen lehrreiche Spiele mit den Kindern und jeweils am Nachmitttag bekommen wir in einem Ayurvedahospital Unterricht. Am Wochenende fahren wir wahrscheinlich nach Cochin zum schoen shoppen und Kuchen essen. 

Die letzte Woche war auch sehr schoen, da ich durch die Arbeit an dem Kochbuch, dass ich jetzt fertiggestellt, gedruckt und in 14 Exemplaren schon verkauft habe, gut zu tun hatte. In diesem Fall ging mir Kundapur und der Regen nicht auf die Nerven und ich habe die Abschlussparty bei Ivo mit Pancakes, Fruchtsalat, Milkshake und Vada Pavs sowie das Zusammensein mit den Anderen vols, besonders auch bei der Final Evaluation Party von FSL im Small House sehr genossen. Dann musste ich allerdings am Freitag allen Tschuess sagen, weil ich am Samstag schon morgendsmit dem Bus nach Kannur fahren musste, um das Workcamp vorzubereiten und alle BMZ'ler ausser Jule und Mario jetzt im Juli, bevor ich vom workcamp wiederkomme , nach Hause fliegen  Vor Allem der Abschied von Susi fiehl mir schwer, weil  wir uns wirklich so gut verstanden haben. Sie wird sich aber auch nur in Berlin bewerben, sodass ich auf ein Wiedersehen hoffen kann....

Mir geht's also gut, lebe ziemlich im Moment und geniesse meinen letzten Monat in Indien.

Viele Gruesse und bis bald!!!

Eure Mareike

1 Kommentar 7.7.09 14:50, kommentieren

Meldungen aus Dharamsala

Hallo Leute,

Ich weiss wirklich nicht, was ich schreiben soll, bin irgendwie nie in der Stimmung, um meinen Blog zu schreiben.

Bin jetzt gerade in Dharamsala, der Exilregierung der Tibeter und Wohnsitz des Dalai Lamas, Es ist ein wunderschoener Ort inmitten des Himalyas – ueberhaupt nicht wie der Rest Indiens und sehr touristisch. In der ersten Woche, die ich hier war, habe ich meine Zeit mit Susi verbracht, die mit ihrem indischen Freund hier Ferien gemacht hat. Wir haben nicht viel unternommen, ausser gelegentliche Spaziergaenge ueber Stock und Stein und die Berge hinauf. Bin gesundheitlich etwas angeschlagen und die vielen Linsen jeden Tag (Dhal ist das traditionelle Essen in Nordindien) machen meinem Bauch zu schaffen. Das Workcamp, das am 1. Juni anfing ist sehr anstrengend wegen verschiedener Gruende. Ich sage nur dekadente City Girls, Maenner euber 30, die sich nicht mit einer 20 jaehrigen workcamp leaderin abfinden koennen und Kommunikationsprobleme mit meinem indischen Workcampleaderkollegen. Wir haben bislang in einer Schule renoviert und unterrichtet und die Waende in einem tibetischem Altenheim geweisst. Die Nachmittagsaktivitaeten umfassen Besuche im tibetischen Museum, Anschauen von Dokumentationen ueber die Invasion der Chinesen in Tibet oder dem Besuch eines Tibetischen Handarbeits – und Kulturcenters (dem Norbulinka Instituts). Wir  sind meistens von 7 bis 11 auf den Beinen. Schlaucht ganz schoen, aber das Schlimmste ist vorbei. Morgen beginnt das Trekking, worauf ich schon gespannt bin. Hatte heute eine  ayurvedische Diaetberatung, wobei mir Dinge empfohlen wurden, von denen ich nicht weiss, wie ich sie umsetzen soll – angeblich sind Tomaten, Kaese und Fisch nicht gut fuer mich und ich soll weiss, grau und hellblaue Farben tragen, die mein impulsives Wesen beruhigen sollen. Mhm, dabei freue ich mich doch am meisten auf den Kaese in Deutschland und dachte, dass ich mit der Farbe rot, die ich hier viel trage, genau meine Farbe gefunden haette. Dass Linsen schlecht fuer mich sind, kann ich dagegen schon nachvollziehen.

Naja. Bald geht’s zurueck nach Kundapur und dann zum naechsten Camp, vor dem ich mich schon ein bisschen fuerchte – die drei Franzosen, die sich im Camp immer absondern sind dort auch  wieder und es sind dort 5 Leute mehr als hier. Eine echte Pruefung dieses Workcampleiten.

Ok, soweit von mir.

Eure Mareike

2 Kommentare 14.6.09 13:09, kommentieren

Nach so langer Zeit mal wieder...


Hallo meine Lieben,

da melde ich mich mal wieder aus dem warm-heiss-heissen! Indien. Sitze gerade in Bangalore in der Wohnung eines Kumpels von Jule (einem sehr sympathischen und hilfsbereiten Inder) und darf in seiner Abwesenheit den Computer benutzen. Zuvor hat er mir das Casio Service Center gezeigt, wo ich meine Kamera reparieren lassen will. Da ich ansonsten bis zum Abend im Cafe abgehangen haette, hat er mich in seine Wohnung eingeladen, wo ich gleich Spaghetti kochen darf - yay!!

Der Grund, warum ich in Bangalore bin, ist jedoch, dass ich die Finnin Kukka, die ich im Weihnachtsurlaub in Kerala kennen gelernt und in Nepal wiedergetroffen habe, in ihrem Projekt in der Naehe von Bangalore besucht habe. Sie arbeitete (heute ist ihr Rueckflug nach Finnland) dort in einem Dalit-Dorf, in dem ein Kulturzentrum aufgebaut wurde und jedes Jahr ein children's festival stattfindet, in dem arme Kinder aus der Umgebung (diesmal waren es satte 350 Kinder) mit beruehmten Kuenstlern, Dramaturgen und Saengern aus Karnataka in drei Wochen Theaterstuecke und Taenze einueben. Es ist unglaublich, was dabei herausgekommen ist: die Kinder (6-14 Jahre alt) haben so viel Kraft und Lebensmut ausgetrahlt, haben super Disziplin gezeigt, toll geschauspieltert und alles in drei Wochen einstudiert. Das war mit professionellen Projekten in Deutschland (ich sag nur Le Sacre du printemps mit sir simon rattle in der Berliner Philharmonie)   vergeleichbar. Die Requisiten waren alle selbst gemacht, es gab Kostueme fuer alle Kinder, die Musik wurde live dazu von den Folksaengern und Trommlern gemacht und die Stuecke waren selbstgeschrieben. Es herrschte eine sehr offene, freundliche Stimmung - und ich muss nochmal sagen, die Kinder waren einfach unglaublich diszipliniert und haben ohne Eltern dort gelebt. Die Eltern kamen dann an diesem Wochenende, um sich die Theaterstuecke anzusehen und ich war total ueberrascht, ueber deren Erscheinung. Ich hatte erwartet, die Aermsten der Armen vorzufinden, aber obwohl die Eltern arm waren, haben sie sich genauso angezogen, wie die Durchschnittsinder, alle hatten Schmuck und einige konnten sogar Englisch sprechen. Die Kinder gingen wohl auch groesstenteils zur Schule und im Gegensatz zu Kundapur, haben die Leute nicht gelacht, wenn ich Kannada gesprochen habe und haben verucht, mich zu verstehen. So konnte ich endlich mal etwas ueben. Kukka hat in drei Monaten dort mehr sprechen gelernt als ich mit Sprachunterricht und konnte sich richtig mit den Leuten unterhalten! Deshalb war sie natuerlich dort auch der Star.

Jetzt geht sie zurueck nach Finnland, wo sie (Ritva aufgepasst), vielleicht unter dem Namen Diana ( sprich Daina)  in einem Museum in Helsinki als Fuehrerin arbeiten wird und danach wahrscheinlich nach Indien zurueckkehrt.

Naja, zu mir:

Wenn ich morgen nach Kundapur zureck komme, werde ich versuchen, die Rezeptesammlung zuende zu bringen, an der ich in den letzten 2 Monaten gearbeitet habe. Ich will soweit kommen, dass eine erste  Auflage fuer  die Freiwlligen, die jetzt gehen, fertig wird und sie die dann zugunsten des community funds unseres Projekts, kaufen koennen. Der Profit soll fuer erste anstehende Ausgaben fuer den Ausbau und Verbesserung der bestehenden Bootstour und des Bee-keeping Projekts da sein, sodass ein bald zu formendes village committe Geld auf ihrem bank account hat und sie das Gefuehl haben, etwas in der Hand zu haben und moeglicherweise etwas zugunsten des Dorfes (langfristig) bewegen zu koennen (was z.B. den Aufbau einer Wasseraufbereitungsanlage, eine Muellabfuhr, oder der Bau einer Bruecke umfassen kann).

Eine sehr gute Nachricht ist, dass ich in drei Wochen das workcamp in Dharamsala (der Exilregierung der Tibeter und Wohnsitz des Dalai Lhamas) leiten darf, was auch einen 4 taegigen trekkingtrip (nat. umsonst fuer mich) umfasst. Wie geil! In einer Woche sind office holidays, in denen ich nach Oooty und Pondicherry (Tamil Nadu) reisen will, Dann ist am 21. und 22. Mai das workcamp leader training in Bangalore und anschliessend reise ich gemuetlich hoch in den Norden, wo ich mir entweder noch das Taj Mahal und/oder den golden Tempel in Amritsar ansehen und mit Suzi (mit der ich mich jetzt angefreundet habe) ihren Geburtstag feiere. Dann ist das das dreiwoechige Workcamp, ich reise wieder gemuetlich runter nach Suedindien und werde im Juli noch ein Workcamp in Kerala (Yoga und Ayurveda) oder in Tamil Nadu (Environment and Tribal Development) leiten. Danach sind es nur noch drei Wochen bis ich nach Hause komme. Ich bin sehr zufrieden mit meiner Planung der naechsten drei Monate!!!!

So, jetzt werde ich mal in den Supermarkt hier um die Ecke gehen und die Zutaten fuer die Spaghetti kaufen. Jummy.

Bei mir ist alles kloar,

eure happy Mareike

3 Kommentare 11.5.09 13:12, kommentieren

Kathmandu, Kalkutta, Kundapur

Namaste,

Bin seit Montag wieder zurueck in Kundapur, doch bin ich nicht sonderlich motiviert, etwas zu schreiben, genauso wenig wie ich motiviert bin irgendetwas im Projekt zu tun. Aber ich gebe mal mein Bestes:

Erstmal ein kleiner Rueckblick uber meine Reise. Der Rafting Trip war super. Die schoenste Natur, die tiefsten Schluchten, ein heiliger Fluss, an dem Leichen verbrannt wurden, nette Leute (nornehmlich britische Paare), tolles Essen und alles super professionell. Nach der Rueckkehr nach Pokhara verbrachte ich noch einen Tag dort, um meinen schon gebuchten Paraghlidingflug warzunehmen, ich mich dann im Endeffekt wegen der schlechten Sicht jedoch dagegen entschied, schliesslich kostete der Spass 100 Euro, was mir fuer das Nicht –Sehen des Himalayas zu viel war. Also forderte ich mein Geld zurueck. Als naechstes ging es Kathmandu, wo ich mir mit einer anderen duetschen Freiwilligen, die in Nepal ihren Freiwilligendienst machte und die ich im Bus kennen lernte, ein Hotelzimmer teilte. Sie konnte mir ein paar Tipps fuer die Besichtigung von Kathamndu geben und wir gingen lecker zusammen essen. Nach dem ersten Tag in Kathmandu traf ich Kukka, eine finnische Voluntaerin von FSL, dich auch schon mit in Kerala war. Da wir beide etwas Sahniges assen und die wohl nicht gut war, wurden wir beide am naechsten Tag krank. Zufaellig stiessen wir an dem Tag auf Gemma, die Geburtstag hatte und gerade angekommen war. Der folgende Tag wurde wieder im Bett verbracht und erst am Tag danach war ich wieder in der Lage (und das war auch noetig) herumzulaufen, so konnte ich mir vor meinem Abflug nach Kalkutta noch den Durbar square in Kathmandu ansehen.

Kalkutta war erstmal wieder ein Schock, doch ich fluechtete mich in die schoenen Teile der Stadt, z.B. in den Maidan Park mit dem Victoria Memorial, sah einen Film in einem  Art Houde cinema und besuchte eine Ausstellung.

Als ich frohen Mutes am naechsten Abend in Kundapur ankam, erwartete mich eine “tolle” Ueberrschung. Mein Zimmmer wurde ohne mein Wissen umverlegt. Ich bin jetzt zusammen mit Laura, meiner Mitbewohnerin in einem sehr schmalen Zimmer ohne Fenster, in dem ich erst Platzangst hatte. Ich war erst ziemlich wuetend aber nachdem ich die Moebel etwas anders gerueckt hatte und ich es mir ueberlegte, erkannte ich die Vorteile des Zimmers, z.b. den eigenen Eigang und die Naehe zum Badezimmer, sodass ich   es jetzt zumindest erstmal ausprobieren will, dort zu wohnen. Trotzdem ein ganz schoen dickes Ding.
Im Projekt faellt es mir jetzt schwer, einen Anfang zu finden. Und da es so heiss ist, bin ich nicht motiviert in Kundapur herumzulaufen und Informationen einzuholen. Ich drehe mich im Kreis. Morgen werde ich anfangen, Rezepte fuer ein Rezeptebuch und einen kluinarischen Fuehrer fuer Kundapur zu schreiben. Ein Anfang.

Bis bald,

Eure Mareike

Ps. habe schon ein paar Bilder auf Flickr hochgeladen. Schaut's euch mal an...

2 Kommentare 26.3.09 12:27, kommentieren

Kalkutta, then home

Hey und hallihallo,

melde mich nur kurz und gesund aus Kalkutta, wo ich gestern mit dem Flieger aus Kathmandu angekommen bin. War erstmal und unerwarteterweise wieder ein Kulturschock, der sich aber binnen dieses Tages wieder gelegt hat. Schon krass, Indien wieder aus den Augen einer Europaerin, bzw. einer aus Nepal verwoehnten Touristi zu sehen.

Hoffe, dass morgen mit meinen zwei Fluegen alles glatt geht, dann bin ich gegen Nachmittag wieder in Kundapur.

Schreibe dann genauer, wie's mir ergangen ist.

Viele Gruesse,

Mareike

2 Kommentare 22.3.09 15:28, kommentieren

Rajasthan und Nepal

Halloechen, Nach zweiwochiger Pause melde ich mich wohlbehalten aus Nepal!!! Yay, bin endlich angekommen!!! Die Hochzeit in Udaipur war super. Ich durfte sogar an der nach Mitternacht stattfindenden Hochzeitszeremonie mit dem Brahmin teilnehmen, was normalerweise nur fuer die Familienmitglieder ist und wurde dann noch mit zu denen nach Hause genommen, wo die Braut im Haus des Braeutigams willkommen geheissen wurde. Dann war es schon halb 5 und ich wurde mit der Oma und der juengeren Schwester von Pallavi in ein Bett gesteckt, weil es zu spaet war, um mich nach Hause zu bringen… Am naechsten Tag hatte ich eine Mordstour vor mir, mit dem local Bus nach Jodhpur, der blauen Stadt, was mit Unterbrechung in Ranakpur, wo einer der schoensten Mamortempel der Jains in ganz Indien steht, 8 Stunden Reise bedeutete. Zu allem Ueberfluss ging es mir nicht so gut, da ich am Tag zuvor anscheinend Leitungswasser getrunken und so frittiertes Zeug gegessen hatte, was mir auf den Magen schlug und der fehlende Schlaf tat sein uebriges. Trotzdem, einen weiteren Tag in Udaipur haette ich nicht verbringen wollen, da ich nach 5 Tagen dort, schon einen leichten Koller verspuerte und unbedingt etwas anderes sehen wollte. Jodhpur war wirklich nur einen Tag wert, da es dort nicht mehr als die Festung mit einem Mohgul-Palast gibt und die Bazaare in der alten blauen Stadt, die nur einen Bruchteil Jodhpurs ausmacht, nicht viel hergaben. Von dort, so hatte ich es mir in den Kopf gesetzt, wollte ich, wie im Rough Guide beschrieben, die Ueberlandtour mit dem Bus mit Zwischenstopps in zwei kleinen Orten machen. Der erste Ort war meines erachtens ein Reinfall und ich hatte mein erstes richtiges Tief,weil ich zu viel Zeit damit verbrachte, nach einem Laden zu suchen, wo ich mein Handy aufladen konnte und die vielen Tempel, die es in dem Ort gab, nicht fand – einen Guide jedoch auch nicht engagieren wollte. Nach 3 Stunden Fahrt war ich dann in Phalodi von wo man sich angeblich Fahrraeder ausleihen konnte, mit denen man zum Crane – watching in ein Nachbardorf fahren konnte. Ich konnte jedoch das Hotel nicht finden, wo man die Fahrraeder ausleihen sollte und hatte auch nicht sonderlich viel Zeit. Leicht verzweifelt nach dem Flopp in Osyan, zuvor, ging ich erstmal einen Chai trinken, um auf andere Gedanken zu kommen und vielleicht eine Loesung zu finden. Der Angestellte dort erzaehlte mir, dass der Fahrradverleih seit zwei Jahren geschlossen hatte (mein Reisefuehrer ist von 2005) und dass man die Voegel, anders als dort beschrieben nicht den ganzen Tag lang beobachten koenne. Also liess ich mich ueberreden, quasi um den Tag zu retten, dass er mich gegen Bezahlung mit dem Motorrad ins Dorf fahren wuerde und er sich fuer mich nach Bussen Richtung Jaisalmer, meiner naechsten Station umhoeren wuerde. Im Endeffekt war das eine gute Loesung fuer mich, denn die vielen Voegel zu sehen war wirklich einzigartig und die 3 Stunden in Pahlodi/ Kecheen gaben mir eine Verschnaufpause vom Busfahren. Leider war meine Kamera in Jodhpur auf misterioese Weise kaputt gegangen, sodass ich nur Bilder mit meinem Handy schiessen konnte. Zum Gleuck gab es dann noch einen Tourist Bus, der direct nach Jaisalmer fuhr, wo ich am Abend guenstig in einem Guesthouse unterkam. Den naechsten Tag verbrachte ich damit, meine Kamelsafari zu organisieren und mir die Sandsteinfestung in Jaisalmer anzusehen. Der Besitzer der Travel Agency, die im Rough Guide vorgeschlagen wurde, stellte sich als sehr hilsbereit heraus, gab mir einen kleinen Discount, Chai und lieh mir grossherzigerweise seine Kamera fuer den Tag und die Safari, damit ich mit meiner SD Karte darin, trotzdem Bilder machen konnte. Ich wurde sogar noch auf ein Essen eingeladen (die Reste des Firmenmittags, sodass ich mir das Geld fuer eine Mahlzeit sparen konnte.) Die Kamelsafari bekann um 6.30 Uhr frueh am naechsten Tag. Mit mir kamen eine Englanederin (um die 40) und zwei kanadische Schwestern aus Toronto. Sie waren sehr nett, gespraechig und hatten eine guten Humor, sodass diese Safari wirklich ein einmaliges Erlebnis war. Wir wurden mit dem Jeep 1 Stunde lang in die Wueste gefahren und umgingen so die anderen Touristen, die in den naehergelegenen Teilen ihre Safaris machten. Wir ritten dann nach einem Fruehstueck ca. 1 Stunde, besuchten verschiedene Wuestendoerfer auf dem Weg und ruhten uns zur Mittagszeit im Schatten eines Baumes aus. Das Essen (immer frisch, mit viel Gemuese und selbstgebackenen Chapatis ueber einem Feuer gemacht) war sehr lecker und zum Zeitvertreib spielten wir Karten. Am Abend kamen wir in Saharaaehnlichen Sandduenen an, wo es Abendessen gab und wir uns in unseren sehr konfortablen Betten unterm Sternenhimmel ueber seltsame Leute und Missverstaednisse mit Indern unterhielenten. Nach dem Mittagessen am naechsten Tag musste ich schon frueher los, um meinen Zug nach Jaipur zu bekommen, wo ich meine Kamera reparieren lassen wollte. Ich kam dort am naechsten Morgen sehr frueh an, weshalb ich im Wartezimmer noch ein paar Stunden (auf dem Boden) schlief, um die Zeit bis zur Oeffnung der Geschaefte zu ueberbreucken. Nachdem ich meine Kamera abgegeben hatte, fuhr ich mit dem Bus nach Pushkar, einem heiligen Pilgerort inmitten von Bergen in der Wueste, wo der Legende nach Brahma, der Schopefergott einen See erschuf, indem er eine Lotusbluete an der Stelle fallen liess. Der Ort ist vergleichbar mit Varanasi. Hier gab es 1000 Tempel und wenn die Hindus sich dort nach dem Tod verbrennen lassen, werden sie nicht wiedergeboren, sondern ihre Seelen gehen direct ins Nirwana. Der Ort ist sehr relaxed und hat gute Einkaufmoeglichkeiten. Also gab ich in den zwei Tagen, die ich dort verbrachte, mein bisher gespartes Geld fuer Bangles, Schmuckkaestchen und Schmuck aus. Aus logistischen Gruenden musste ich auf einen Abstecher zum Taj Mahal in Agra verzichten, was ich jedoch vielleicht ein ander mal nachholen kann. Von Pushkar machte ich mich ueber Dehli und Gorakhpur auf den Weg nach Nepal. Bis ich endlich in Pokhara ankam, dauerte es 3 Tage, die ich vornehmlich in Bussen und Bahn verbrachte. An der nepalesischen Grenze steckte ich zeitweilig fest, da durch Strassenblockaden der gegen die nepalesische Regierung rebellierenden Maoisten, keine Busse (das einzige Massentransportmittel neben dem Flugzeug in Nepal) fahren konnten. Ich dachte sogar kurz daran, wieder nach Iniden zurueckzufahren, doch gluecklicherweise gab die nepalesiche Regierung gestern Nachmittag um 12 die Wege nach Verhandlungen mit den Maoisten frei, sodass die Busse endlich fahren konnten. Wegen den auf der Strasse liegenden Steinen und weiterhin bestehenden Unterbrechungen dauerte die Fahrt 11 Stunden… weshalb ich gestern erst gegen 11 Uhr nachts in Pokhara ankam, wo die Buergersteige bereits hochgeklappt waren. Die moisten Guesthouses waren auch bereits voll und die Rezeptionen nicht mehr offen, auf meiner Suche nach einer Bleibe traf ich jedoch zum Glueck die Daenin Lena, die mir anbot in ihrem Zimmer uebernachten zu koennen, was ich dankbar annahm. Heute wird in ihrem Guesthouse ein guenstiges Zimmer frei, was ich belegen kann. Also Ende gut alles gut?! Heute morgen habe ich mit Lena, einem mit ihr befreundeten Australier und einem konstant paraglydenden Amerikaner nahmens (ohne Scherz) Spidermonkey mit genialem Seeblick und Mountainpanorama gefruehstueckt und mich mit ihnen zum Abendessen verabredet. In kuerzester Zeit habe ich auch schon mein Geld verpulvert, weil sich echte Pashminaschals fuer 18 Euro und extra fuer mich angefertigte Ohrringe nach meinem Design fuer 11 Euro einfach zu verlockend anhoeren. Ich will jetzt auch noch den Paragliding Flug fuer morgen organisieren und schauen, dass ich in zwei Tagen an einem Rafting Trip Richtung Katmandu teilnehmen kann. Mir gehts also Spitze und ich freue mich auf die letzten zwei Wochen meiner Reise. Alles Liebe, euere Mareike

4 Kommentare 11.3.09 10:47, kommentieren