Über

Hallo, ich heiße Mareike, bin 20 Jahre alt und komme aus Mecklenburg Vorpommern. Ich bin als eine der ersten Freiwilligen im September 2008 mit dem neuen weltwärts - Programm des Ministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) nach Indien gegangen, um im Bundesstaat Karnataka einen entwicklungspolitischen Freiwilligendienst zu leisten. In diesem Blog erzaehle ich von meinen Erfahrungen bei der Vorbereitung, während meines Aufenthalts und nach meinem Auslandsjahr, um v.a. auch meine UnterstützerInnen, die dieser Einsatz benötigt, um durchführbar zu sein, auf dem Laufenden zu halten.

Alter: 28
 
Schule: Joliot-Curie Gymnasium in Röbel/Müritz
Universität: wahrscheinlich ab Wintersemester 2009 in der Uni Potsdam


Mehr über mich...

Als ich noch jung war...:
war ich so, wie ich jetzt bin! Never give up, never slow down, never grow old, never ever die young!

Wenn ich mal groß bin...:
Dann will ich einen Beruf haben, in dem ich etwas bewegen kann. Z.B. in einer NGO für Entwicklungshilfe, Verbraucher- oder Umweltschutz, im Bundes-oder Landtag bei den Grünen oder im Europaparlament. Arbeit bei der UNO würde ich natürlich auch nicht ablehnen... ;P

Ich wünsche mir...:
dass meine Reise im Maerz durch Rajasthan und Nepal ein voller Erfolg wird!

Ich liebe...:
meine Familie, wenn die Sonne scheint, sich auf Wasser spiegelt, durch grüne Blätter fällt, die Bäume leise im Wind rauschen, wenn man lacht und für einen Moment alles um einen herum vergessen kann. Ich liebe Kerzen in dunklen Räumen, ruhige Klaviermusik, zu tanzen, Neues zu entdecken, sich da richtig zu fühlen wo man ist, und nicht zu denken, etwas zu verpassen.

Man erkennt mich an...:
Meinen blonden Haaren, meinen braunen Augen, meiner Größe (1,80m) und an meiner Lust, über Politisches zu reden und überhaupt zu reden, bis der Mund fusselig wird.

Ich grüße...:
natürlich alle, die mich gern haben und mich unterstützen!



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Blog

Gruesse aus Udaipur

Hallo ihr Lieben,

Da melde ich mich mal von meiner ersten Reiseetappe aus Udaipur, wo ich jetzt schon 4 Tage lang bin. Auf der Fahrt hierher habe ich einen Zwischenstop in Mumbai eingelegt, wo ich am Sonntag Morgen einem Gottesdienst beigewohnt habe, durch die von Menschen verlassenenen Strassen gelaufen bin und eine Taxitour zu den wichtigsten Sehenswuerdigkeiten fuer nur 300Rupien (plus obligatorischen Shoplooking wegen des niedrigen Preises) gemacht habe. Ich stand am Gateway of India, neben dem Taj Mahal Hotel, war am Chowpatty beach, habe das Waschviertel gesehen, wo alle Meschen beruflich nur Waesche waschen und war in einem Jain Tempel, wo gerade ein Festival stattfand und ich so noch umsonst Mittag vom Buffet bekommen habe. Bin natuerlich auch nicht umhin gekommen, mich in den Slums wiederzufinden, da die meisten Bahnhoefe ausserhalb liegen und von Slums umgeben sind. War ein komisches Gefuehl, das in der Realitaet zu sehen, weil ich in Shantaram darueber gelesen und in Slumdog Millionaire schon einen Film darueber geshen habe. Insgesamt hat mir Mumbai aber erstaunlich gut gefallen. Es ist in etwa so wie Marseille.

Auf dert Zugfahrt von Mumbai nach Udaipur habe ich eine junge Frau kennen gelernt, die in Udaipur wohnt und mich zur Hochzeit ihres Cousins eingeladen hat. Deswegen bin ich jetzt auch – entgegen meines Plans - immer noch hier, weil heute Nacht um 12 die Hochzeitszeremonie ist. Gestern war schon so ein Tanzfest in einem Garten, wo die Familiemitglieder auf einer Buehne getanzt haben (ich am Ende mit ihnen) und es ein tolles, ich muss sagen recht westliches Buffet gab – also zumindest im Vergleich zum Essen, das man in Suedindien bekommt. Hier habe ich eh das Gefuehl im “richtigen Indien” angekommen zu sein. Die Leute sprechen Hindi und die Bandbreite von arm und reich ist extremer. So trifft man auch viel mehr moderne Inder, die nicht nur den westlichen Modestil kopieren, sondern westliche Mode tragen, Autos fahren und schon in Amerika und Europa in Softwarefirmen gearbeitet haben. Die sprechen dann natuerlich auch fliessendes Englisch und finden sehr lustig, was ich vom Sueden erzaehle. Vor allem, dass die Maenner Lungis tragen…

Ansonsten hatte ich bislang nur gute Erfahrungen und viel Gleuck. Die Menschen sind alle sehr freundlich und hilfsbereit (v.a. im Zug), ich habe zufaellig Johanna (aus meiner orientation week) in Udaipur getroffen, die hier mit ihrem Freund war, sie wiederum wollte sich mit Genevieve (aus Belgien, auch aus meiner orientation week) treffen, die mittlerweile hier ihren Freiwilligendienst macht und bei der ich jetzt umsonst im Wohnheim schlafen kann. Durch Johanna wurden wir dann auch am ersten Abend bei einer Stadtbekanntheit eingeladen. Der Mann heisst Laxmi, hatte als Kind Polio und ist deshalb behindert. Der Koch des Koenigs von Udaipur kocht fuer ihn, er hat einen eigenen Rikschahfahrer und eine aussereheliche Beziehung zu seiner alleinstehenden Nachbarin. Er ist Komponist und hat viele Auszeichnungen aus aller Welt bekommen, weil er in Schulen mit Kindern gearbeitet hat. Wir haben bei ihm zu Abend gegessen und ich konnte mir mitschreiben, wie man Palak (Spinat) Masala und Mutter (Erbsen) Masala und Chapati kocht.

In denfolgenden Tagen bin ich hier durch die schoene Altstadt gelaufen, habe mir Tempel angeguckt, ein bisschen geshoppt, habe an der Hindistunde von Genevieve teilnehmen koennen, mit ihr Chapatti zum Fruehstueck gebacken und war wie gesagt auf dem Polterabend. Heute gehe ich mit Genevieve und anderen Volunteers ins Kino und dann um 12 zur Hochzeit.

Morgen werde ich mit dem Ueberlandbus nach Jodhpur (die blaue Stadt) fahren und auf dem Weg in Ranakpur Halt machen, wo einer der groessten Jain Tempel Indiens steht. Von Jodhpur werde ich weiter nach Jaisalmar in die Wueste fahren.

Ihr hoert von mir,

Eure Mareike

3 Kommentare 26.2.09 11:56, kommentieren

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MTE

Liebe Freunde, danke fuer die vielen Glueckwuensche zum Geburtstag. Die per Post haben mich puenktlich zum Montag erreicht, die auf dem digitalen Weg gesendeten habe ich gestern gelesen. Bloederweise (fuer die, die mir vielleicht telefonisch Glueckwuensche uebermitteln wollten) fand die Midterm Evaluation in den Bergen (Western Ghats) statt, wo es keinen Handyempfang gab. Ansonsten war die Location allerdings super schoen und idyllisich. Meiner Gastfamilie und meiner Zimmergenossin hatte ich nichts davon erzaehlt, dass ich Geburtstag hatte, weil es mir irgendwie unangenehm war, dies anzukuendigen, was fuer mich zu sehr eine Forderung nach Aufmerksamkeit bedeutet haette und es mir lieber war, diese auf diesem Wege nicht zu bekommen, aus Angst, dass sie trotz des Wissens vielleicht keine sonderlichen Anstalten gemacht haetten, es mir schoen zu machen. Also packte ich am Morgen, waehrend Laura duschte, meine Geschenke aus und war auch froh, waehrenddessen alleine zu sein und mich nicht erklaeren zu muessen. Ueber das Messer und die neuen Armbandglieder habe ich mich sehr gefreut – da ich das Armband ja auch jeden Tag trage. Geruehrt hat mich die Kerze, die Luftballons und die Glitzerteile, weil sie mich an meine Kindergeburtstage erinnert haben – die Kerze habe ich dann beim Fruehstueck zu Dosa mit Fishcurry auch angehabt – wobei ich mich allerdings ziemlich alleine fuehlte. Jule holte mich kurz vor 10 mit der Rikschah ab und hatte doch glatt -ich konnte es kaum glauben- einen Schneewittchenkuchen fuer mich gebacken – und das in Indien, wo es NIRGENS einen Ofen gibt. Sie war dafuer extra in eine Baeckerei gegangen und hat gefragt, ob sie deren Ofen benutzen koennte. Am Tag vorher in Manipal hatte sie vergeblich nach Kirschen gesucht und war darueber voellig verzweifelt, was ich erst rueckblickend verstehen konnte, da sie nun stattdessen Erdbeermarmelade benutzen musste. Ach, Jule ist einfach so eine Liebe, da macht es auch nichts, wenn sie manchmal so tut, als waere ich ihr nicht gut genug, solange ich dann doch merke, dass es nicht so ist . Gemma und Steffi, die die Midterm Evaluation geleitet haben, hatten sich fuer den Abend fuer mich Kindergeburtstagsspiele ausgedacht, mich mit Ballons und Girlanden vollgehaengt, mir eine Torte organisiert und Feuerwerk eingekauft. Als Geschenk bekam ich eins der beruechtigten Nighties, in denen die Inderinnen sogar auf der Strasse herum laufen und dass sich lustigerweise “Sunday-Monday” nennt – jetzt habe ich also auch eins dieser “topmodischen” absolut graesslichen Dinger, super lustig!! Ausserdem lag, bevor ich ins Bett ging, eine Karte mit Geburtstagswuenschen aller FSL Mitarbeiter und ein Brief mit Ohrringen von Gemma auf meinem Kopfkissen – ich liebe sie! Die restliche MTE war auch einfach super. Obwohl ich am Anfang noch skeptisch war, ob sie mir etwas bringen wuerde, wie viele andere auch, war die Stimmung zwischen uns Weltwaertslern klasse, die Methoden sehr kreativ und suess, die Diskussionen konstruktiv, der Ort himmlisch und das Essen voll lecker. Ich habe mich sogar mit Kathi ausgesprochen und hatte dabei das wohl ehrlichste und beste Konflicktgespraech meines bisherigen Lebens und konnte mich so mit ihr aussoehnen und heute mit ihr im Guten auseinander gehen. Wunderbar. Der Austausch mit den Anderen uber unsere Erfahrungen war sehr hilfreich, da einem so bewusst wurde, dass man es selbst nicht als Einzige schwer hatte und Erfahrungen oft gleich waren. Ausserdem habe ich total viele Komplimente von allen Seiten bekommen. Im Endeffekt waren es so viele, dass ich nach dem persoenlichen Auswertungsgespreach mit Gemma, wo sie mir auch noch einmal eine tolle Entwicklung attestiert und mich fuer meine gute Arbeit gelobt hat, erst einmal vor lauter Gefuehlsfuelle heulen musste – natuerlich aus Ruehrung, wie es bei mir immer der Fall ist. Ja, bei der MTE hatte ich das Gefuehl , mich endlich mal wieder ausleben und so sein zu keonnen, wie ich wirklich bin. Diese Seite an mir kannten auch viele aus Kundapur an mir noch nicht, was ja eigentlich sehr schade ist. Am letzten Abend hatten wir eine geile open air Party, wo wir alle endlich mal wieder ausgelassen sein konnten und uns nicht beobachtet, reglementiert und kontrolliert fuehlen mussten. Die MTE war wirklich ein Highlight meines Aufenthaltes bislang und ich konnte auch mit den Kundapurern Beziehungen noch festigen oder erst aufbauen, was mich sehr freut. Jetzt geht es gleich los nach Mumbai und ich bin schon ganz kribbelig. Udaipur, wo ich am Sonntagmorgen ankommen werde, soll sehr schoen und romantisch sein und obwohl ich etwas Schiss habe, bin ich auch voller Vorfreude. Ich platze fast. Ich muss jetzt noch kurz etwas Obst und Wasser fuer die Fahrt kaufen, werde noch duschen und dann zum Bahnhof fahren. Am 23. Maerz geht mein Flieger zurueck nach Mangalore. Versuche mich mal zwischendurch zu melden. Viele Gruesse und helau (ist ja Karneval), eure Mareike

1 Kommentar 21.2.09 10:16, kommentieren

Namaste,

da melde ich mich mal wieder. In den letzten drei Wochen ist eigentlich recht wenig passiert: Das letzte Workcamp des Projekts ist zuende gegangen, ich war in Bangalore, um mir dort einen Schlafsack und neue Laufschuhe fuer meine Reise zu kaufen und habe dort den Film Slumdog Millionaire gesehen - sehr empfehlenswert und wirklich authentisch indisch! Diego haben wir fast drei Tage lang gebuehrend verabschiedet und fingen dann an, Reports zu schreiben. Das hiess, eine Woche vorm Computer zu sitzen. Letztes Wochenende hatte ich wieder ein Tief, aber mein Hoffnungsschimmer ist die Reise, fuer die ich jetzt schon Zug und Flugtickets reserviert habe. Am 21 Feburar nach der Midterm evaluation geht es mit dem Zug nach Mumbai, wo ich aber nicht lange verweilen werde, sondern gleich den Anschlusszug nach Udaipur (Rajasthan) nehmen werde, wo ich am 23.Februar ankommen werde. Es ist schwierig, euch jetzt schon anzukuendiegen, wo ich wann genau sein werde, da das immer von den Transportmitteln und deren Verfuegbarkeit abhaengt.In Rjasthan werde ich aber pro Station nicht mehr als drei Tage einplanen. Ich werde mir also die weisse Stadt Udaipur ansehen, welche angeblich Indiens "romantischste Stadt" sein soll.Dann geht es weiter nach Jodhpur, die blaue Stadt, von wo ich in die Wuestenstadt Jaisalmar reisen werde. Dort moechte ich eine eintaegige Kamelsafari mitmachen. Von dort aus, gehts ueber Jaipur nach Pushkar, wo man wohl ganz toll und guenstig Schmuck einkaufen kann. Danach will ich nach Agra, das Taj Mahal ansehen. Dies ist der erste Teil meiner Reise durch Indien. Vonn Agra aus soll es nach Nepal gehen, wofuer ich ja aus Indien ausreisen muss. Weil man normalerweise ein Exitvisa braucht, um aus Indien wieder herauszukommen, ich ja aber nur fuer anderthalb Wochen ausreisen will, muss ich mir in Udupi noch meine Registrierungsdokumente abholen, damit ich mich an der Grenze abmelden kann. In Nepal moechte ich ueber dem Himalya paragliden, wanderungen machen, raften gehen und mir die Weltkulturerbestaedten in der Kathmandu Valley, als auch tibetische Exilantendoerfer ansehen. Da freue ich mich schon tierisch drauf. Auf meinem Rueckweg will ich noch in Darjeeling stop machen und fliege von Kalkutta zurueck, wo ich moeglicherweise Diego treffen werde, der wenn er in sein Praktikum in Myanmar macht, leicht nach Kalkutta kommen kann. Aber mal sehen, ob das alles so klappt, wie ich mir das vorstelle. Das werde ich euch hinterher ausfuehrlich darlegen.

Heute habe ich eine neue Zimmergenossin bekommen. Sie heisst Laura und ist aus Holland. Sie scheint eher ein ruhiger Typ zu sein, aber ich werd schon mit ihr auskommen. Meine Gastfamilie, bes. Asha war in der letzten Woche sehr aufmerksam und hat mir immer Snacks zugsteckt, mir Rezepte erklaert und mehr mit mir geredet. Asheeta hat mich auch das erste Mal gefragt, ob ich sie abfragen und bei den Hausaufgaben helfen koennte. Auf einmal fuhlte ich mich viel willkommener in der Familie. Mein Verdacht fuer die gute Stimmung ist, dass Madhukar endlich wieder arbeit hat und so mehr Geld fuer Essen da ist und Asha nicht mehr so viele Geldsorgen hat, auch angesichts der neuen Volontaerin, die wieder Geld bringt.

Am Wochende war Betti das letzte Mal in Kundapur (mit ihr hatte ich die Weihnachtsferien in Kerala verbracht). Wir haben bei Ivo und am Strand geschlafen, weil Schildkroeten schluepfen sollten, die sich allerdings ganz schoen Zeit damit lassen...

Wir haben einen Film geguckt und Gobi Manchuri (einen chinesischen Snack, den es hier an allens Trassenstaenden und in jedem Restaurant zu kaufen gibt) zu kochen gelernt.

Naechste Woche betreuen wir noch ein Workcamp zusammen mit den anderen Ecoprojekten, da es sich bei dem Workcamp um ein Umweltworkcamp handelt. Da wollen wir u.a. Mangroven pflanzen, einen Kinderumwelttag organisieren, eine Strandreinigungsaktion und Aufklaerung ueber den Einfluss von Plastiktueten auf die Umwelt machen.

Danach ist Midterm evaluation und dann gehts looos!!!

euch alles Gute und bis bald,

eure Mareike

P.s. es gibt neue Bilder auf flickr

5 Kommentare 8.2.09 12:48, kommentieren

Wie das Leben so ist...

Da bin ich wieder.

 Erfreulicherweise ist meine Stimmung in dieser Woche besser als in der Letzten. Das Wochenende in Gokarna mit viiiel gutem (westlichem) Essen, wo ich einmal nicht aufs Geld geschaut habe, hat seinen Teil dazu getan. Am Montag begann das letzte Workcamp dieses Projekts, auf das ich mich wieder gefreut hatte. Leider sind dismal von 7 angemeldeten Teilnehmern nur 3 erschienen, was mich die ersten 2 Tage etwas demotiviert hat. Die zwei Koreaner (m/f) und der Schweizer sind eher ruhige Gesellen, die alles so hinnehmen wie es kommt und sich nicht gross beschweren. Auch wenn ich mich jetzt an den Umstand gewoehnt habe, waere mir eine goressere und quirligere Gruppe lieber gewesen. Da Diego und ich nun worcamp leader sind, muss immer einer von uns bis in den Abend bei ihnen bleiben und die Tagesevaluation machen. Das heisst, dass wir in der letzten Woche fast keine Freizeit hatten, was mich aber nicht so sehr stoert, weil dann die Zeit schneller vergeht. Soweit haben wir schon einen Beachwalk gemacht, eine Schildkroete gesehen!!!, und unsere Puppet show aufgefuehrt. Gestern durften wir eine Bootstour machen, die vom Ecotourism Projekt  organisiert wurde. Wir teilten uns in 2 Gruppen und  in meiner Gruppe bekamen wir zusaetzlich noch eine Shrimpsfarm gezeigt und eine Kokusnuss serviert. Auf der Tour konnten wir fliegende Fische bestaunen und  Mangrovenwaelder sehen. Im Anschluss gab es bei einer Familie noch Chai, die uns ihre gesamten Fotoalben vorlegte. Gestern Abend sind wir zum Kodi Beach Restaurant gefahren, wo wir mit den Workcampern (auf  Workcampkosten) gut gegessen haben. So hatten wir einen Ausgleich dafuer, dass wir BMZler (vom welwaerts Program) nicht mit zum LTV (Long Term Volunteer) Get –Together  durften, wo die Leute trekken und in den Bergen in Tippies schlafen konnten. Nach dem Essen sind Jule und ich noch anlaesslich Ivo’s Geburtstag zu Ivo gefahren und haben dort mit ihm und Cornelius Malefiz gespielt. Ich haette beinahe gewonnen, doch dann mussten wir das Spiel aufgrund der schon fortgeschrittenen Zeit (9.45 pm) :/ abbrechen.

Heute habe ich schoen Shantaram gelesen (ist hier in der Traveller Community ein Bestseller), Waesche gewaschen  und werde spaeter wieder zu Ivo fahren, wo Mauro, sein Hausgenosse, ein Mitte -50er Italiener aus seinen ihm extra aus Italien gesendeten Zutaten anlaesslich seines Abschieds fuer uns kochen wird. Danach wird  es noch ein kleines sit-in auf dem Dach  geben.

 

Es sieht also alles schon wieder rosiger aus.

An Oma: habe deinen Brief am Montag erhalten, danke.

An Mama: wundere dich nicht, wenn demnaechst Dankesbriefe von Greenpeace und den Gruenen ins Haus flattern, ich habe zum neuen Jahr dort mal eine Spende hinterlassen. Ist Romi noch da? Wie geht es ihr? Darf sie jetzt ins Haus?

 

Bis dann,

Mareike  

2 Kommentare 17.1.09 12:12, kommentieren

beschissene Situation...

Hallo,

Bei mir herrscht gerade eine komische Stimmung. Seit ich aus dem Urlaub zurueck bin, gab es im Projekt nichts fuer mich zu tun, ausser Plakate zu malen, was mich nicht sonderlich ausfuellt. Am Wochende findet in Chennai eine Schildkroetenkonferenz stat, die von einem Meeresbiologen der Uni Bangalore initiiert wurde. Nur 1 volunteer darf dorthin mit – und die Auserwaehlte ist Jule. Dann hatten Petra, die neue oesterreichische Volontaerin und ich uns ueberlegt, einfach so mit dort hin zu fahren und die Reisekosten selbst zu tragen, was un jedoch auch wider jede Logik verboten wurde, mit der Begruendung, es gaebe genug im Projekt zu tun, weshalb wir nicht fehlen duerften. Das ist angesichts meiner schon drei Tage anhaltenden Langeweile aber laecherlich. Wieder war es Rakesh, unser MR. Obertoll, darf alles entscheiden FSL  Boss, der das ueber unsere Koepfe hinweg entschieden hat. Die Stimmung bei uns Freiwilligen im Projekt ist am Boden, genauso wie die Moral. Habe gerade wirklich keinen Bock mehr auf das Projekt, das am Montag startenden Workcamp usw. Petra kann sich mit dem autokratischen und sexistischen Fuehrungsstil von Rakeh nicht arrangieren und wird deshalb das Projekt am Freitag fruehzeitig abbrechen. Diego musste aus Schikane seine Gastfamilie wechseln und ich habe ein Problem mit Kathi… Ich hoffe, dass meine Lauen im Workcamp wieder besser wird und das sie nicht der Vorbote von weiteren 8 miesen Monaten hier sein wird. Ich brauche neuen Wind – vielleicht ist es gar nicht so gut, wenn wir das Projekt noch bis in den Februar hinein verlaengern, wie wir es vorgesehen hatten.

Ich denke gerade viel an Berlin und Zuhause, aber ich vermute, jetzt dort zu sein, waere auch nicht das Gelbe vom Ei…

Naja, mal sehen. Heute Abend gehen wire in Abschiedsbier mit Petra im J.K. trinken. Morgen bin ich dann mit Diego allein im Projekt, weil Jule schon nach Chennai faehrt.

Ich habe gestern erfahren, dass nun insgesamt schon 3 Leute aus meiner ijgd Vorbereitungswoche weltwaerts abgebrochen haben – ein seltsames Gefuehl.

 

Bis bald, Mareike  

4 Kommentare 8.1.09 11:58, kommentieren

  

  Hallo meine Lieben,

 

ich wuensche euch ein frohes neues Jahr! Seit sonntag bin ich wieder in Kundapur und beginne nun den letzten offiziellen Monat des Sea Turtle Projekts.

 

Meine Weihnachtsferien waren zwar generell sehr schoen, die Feiertage muss ich davon aber insoweit heraus nehmen, als dass mir da die die Atmosphaere nicht gestimmt hat. Weihnachten haben wir ja als 12er Gruppe am Strand in Varkala verbracht, wobei wir insgesamt aber eher drei Gruppen waren, was die Stimmung meines Erachtens heruntergezogen hat. Da gab es meine Gruppe um Alex, Betti und Anna, die ich erst dort richtig kennen lernen und ins Herz schliessen konnte, die Gruppe um Johanna aus meiner orientation week, mit ihren drei Maedels aus Bangalore, die erst spaeter nach Indien gekommen waren und dann Kathi, Pia und Jannis, die sich eher von uns abgespalten haben, was aber jetzt auch nicht so schlimm war. Am heiligen Abend waren wir auf jeden Fall zusammen und haben in einem Restaurant direkt am Strand super Fisch gegessen, auf den wir jedoch leider 2 Stunden warten musten. Auch das Wichteln, genauso wie die generelle Atmosphaere an dem Abend war nicht so prall - einfach nicht weihnachtlich. Ich habe fuer Johanna gewichtelt, der ich Henna, ein Hennabuch und eine Tasche geschenkt habe. Selbst habe ich einen Schildkroetenkettenanhaenger geschenkt bekommen, wovon ich erst nur die Schnuere in der Hand hielt, was mier erst als boeser Scherz oder Racheakt erschien. Mein Wichtel Pia klaerte dann die Situation, was uns beiden wohl etwas peinlich war. Nach dem Essen waren alle muede und wir verabschiedeten uns ins Bett, was wahrscheinlich die beste Entscheidung war.

 

Am naechsten Morgen nach einem tollen 2 Stunden Fruehstueck mit meinen Maedels und einem Handelsmarathon von 1 Stunde mit dem Resultat eines Silberringes mit roten Steinen und Perlmuttohrringen als Geschenk an mich, packte ich mit Bett im Zimmer meine Geschenke aus. Die Anderen hatten bloederweise ihre Paeckchen nicht bekommen. Da das Auspacken fuer mich recht emotionsgeladen war, war ich froh, es auf den nuechternen Morgen verschoben zu haben.

 

Die restlichen Tage vergingen mit essen, shoppen und am Strand liegen, wobei das Highlight sicherlich unsere Lagerfeuer alias -kerzen, Rum-Cola und Musiksession nachts am Strand war, was doch eine ziemliche Hippieromantik hatte.

 

Am 29. machten wir eine Hausboottour auf den Backwaters von Kerala bei Allapuzza. Das Beste daran, war der Abend auf dem Schiff, wo wir allein, mit weit und breit nichts anderem als Wasser um uns herum den Sonnenuntergang geniessen und lustige Spiele spielen konnten.

 

Nach noch einem Abstecher nach Kollam am naechtsen Tag, wo Alex und ich eine Stocherkahntour auf den kleineren Kanaelen machten und dabei viele exotische Pflanzen (pinke Ananas) und Tiere (Eisvoegel) sehen konnten, ging es ins Touristenparadis Cochin. Die portugisisch, niederlaendsich, englisch beeinflusste Insel war Balsam fuer meine nach vier Monaten von indischem Funktionsdesign und 70er Jahre - Architektur geschundenen Seele. Dort gab es kleine Gassen mit Haeusern im Kolonialstil, nett eingerichtete Teehaeuser und Kunstgalerien. Von Silvester abgesehen, wo die Stimmung einfach wieder nicht passte, weil auch dieser Anlass von dne Indern traditionell nicht gefeiert wird und wir so auf eine Party verzichten mussten und uns stattdessen nach dem mittelmaessigen aber teuren Essen von indischen betrunkenen Maennerscharen auf sonst verlassenen Strassen angrapschen lassen mussten und in der Nacht noch von Floehen, Bettlaeusen und Mosquitos geplagt wurden, habe ich den Aufenthalt dort sehr genossen.

 

Die Ankunft in Kundapur war von gemischten Gefuehlen gepraegt, da alle anderen ausser Jule, mit denen ich ueber Weihnachten unterwegs war, ihr Projekt beendet und weitergereist sind und ich nun ins Alltagsleben zurueck musste. Also blies ich am Sonntag erstmal noch Truebsal und startete am Montag mehr oder minder motiviert ins Projekt.

 

Alles, was ich sonst noch erlebt habe, schreibe ich dann ein andermal nieder, da ich jetzt aus dem Internet raus muss,

 

viele Gruesse und schaut mal bei flickr vorbei,

 

eure Mareike 

 

1 Kommentar 6.1.09 20:10, kommentieren

Liebe Familie und Freunde... *raeusper*

ich wuensche euch hiermit sehr offiziell wunderbare besinnliche und froehliche Weihnachten trotz meiner Abwesenheit.

Mir geht es ziemlich gut. Das letzte Workcamp ist am Freitag erfolgreich mit einer kleinen Weihnachtsfeier zuende gegangen. Am gleichen Tag hatten wir, wahrscheinlich als vorzeitiges Weihnachtsgeschenk, einen Anruf, dass am Beejadi beach Eier gefunden wurden, die wir dann in ein Hatchery gebracht haben. Der zweite Beachwalk, den wir am Sonntag zuvor wieder mit College students durchgefuehrt haben, war ein grosser Erfolg, genauso wie unser TIC building event, wo uns die lokale Bevoelkerung beim Bau des TIC's geholfen, die legendaere Puppetshow angesehen und danach Chai uns Kekse bekommen hat und an dem angeblich 300 Leute teilgenommen haben. Auch die Bemalung einer Schulwand am gleichen Strandabschnitt ist gut gelungen und ich werde euch bald neue Bilder ins Internet stellen. Gestern gab es zum Abschied von Mylene eine kleine Roofparty bei Ivo, bei dem wir auch uebernachten durften. Am Morgen habe ich so eine tolle Straehne von Jule ins Haar genknuepft bekommen, wie ich es zum Leidwesen meiner Mutter auch im Kindergarten immer hatte. Jetzt habe ich eine kunterbunte, perlenbesetzte Sonnenscheinstraehne, die sich recht dezent ins Gesamtbild einfuegt.

Morgen, nachdem ich den Tag ueber noch arbeiten werde, fahre ich dann allein mit dem Nachtzug nach Varkala, wo ich die Anderen Volunteers ueber Weihnachten treffe. Gemma hat mir einen Waelzer namens Shantaram ausgeliehen, in dem es um das wahre Leben eines Mannes geht, der in Mumbai in den Sog der kriminellen Szene geraet und ich hoffe, die 800 Seiten in den 10 Tagen Urlaub am Strand (hauptsaechlich) killen zu koennen. Ueber Silvester sind wir in Cochin, dem "Venedig" Indiens und der Hauptstadt von Kerala. Es soll dort wunderschoen sein und eine tolle Kunstzsene haben, vielleicht kann ich mal in eine Ausstellung gehen. Zwischen Weihanchten und Neujahr steht auch noch der Hausboottrip an, auf den ich mich auch schon sehr freue.no current. Bye

21.12.08 13:01, kommentieren