MTE

Liebe Freunde, danke fuer die vielen Glueckwuensche zum Geburtstag. Die per Post haben mich puenktlich zum Montag erreicht, die auf dem digitalen Weg gesendeten habe ich gestern gelesen. Bloederweise (fuer die, die mir vielleicht telefonisch Glueckwuensche uebermitteln wollten) fand die Midterm Evaluation in den Bergen (Western Ghats) statt, wo es keinen Handyempfang gab. Ansonsten war die Location allerdings super schoen und idyllisich. Meiner Gastfamilie und meiner Zimmergenossin hatte ich nichts davon erzaehlt, dass ich Geburtstag hatte, weil es mir irgendwie unangenehm war, dies anzukuendigen, was fuer mich zu sehr eine Forderung nach Aufmerksamkeit bedeutet haette und es mir lieber war, diese auf diesem Wege nicht zu bekommen, aus Angst, dass sie trotz des Wissens vielleicht keine sonderlichen Anstalten gemacht haetten, es mir schoen zu machen. Also packte ich am Morgen, waehrend Laura duschte, meine Geschenke aus und war auch froh, waehrenddessen alleine zu sein und mich nicht erklaeren zu muessen. Ueber das Messer und die neuen Armbandglieder habe ich mich sehr gefreut – da ich das Armband ja auch jeden Tag trage. Geruehrt hat mich die Kerze, die Luftballons und die Glitzerteile, weil sie mich an meine Kindergeburtstage erinnert haben – die Kerze habe ich dann beim Fruehstueck zu Dosa mit Fishcurry auch angehabt – wobei ich mich allerdings ziemlich alleine fuehlte. Jule holte mich kurz vor 10 mit der Rikschah ab und hatte doch glatt -ich konnte es kaum glauben- einen Schneewittchenkuchen fuer mich gebacken – und das in Indien, wo es NIRGENS einen Ofen gibt. Sie war dafuer extra in eine Baeckerei gegangen und hat gefragt, ob sie deren Ofen benutzen koennte. Am Tag vorher in Manipal hatte sie vergeblich nach Kirschen gesucht und war darueber voellig verzweifelt, was ich erst rueckblickend verstehen konnte, da sie nun stattdessen Erdbeermarmelade benutzen musste. Ach, Jule ist einfach so eine Liebe, da macht es auch nichts, wenn sie manchmal so tut, als waere ich ihr nicht gut genug, solange ich dann doch merke, dass es nicht so ist . Gemma und Steffi, die die Midterm Evaluation geleitet haben, hatten sich fuer den Abend fuer mich Kindergeburtstagsspiele ausgedacht, mich mit Ballons und Girlanden vollgehaengt, mir eine Torte organisiert und Feuerwerk eingekauft. Als Geschenk bekam ich eins der beruechtigten Nighties, in denen die Inderinnen sogar auf der Strasse herum laufen und dass sich lustigerweise “Sunday-Monday” nennt – jetzt habe ich also auch eins dieser “topmodischen” absolut graesslichen Dinger, super lustig!! Ausserdem lag, bevor ich ins Bett ging, eine Karte mit Geburtstagswuenschen aller FSL Mitarbeiter und ein Brief mit Ohrringen von Gemma auf meinem Kopfkissen – ich liebe sie! Die restliche MTE war auch einfach super. Obwohl ich am Anfang noch skeptisch war, ob sie mir etwas bringen wuerde, wie viele andere auch, war die Stimmung zwischen uns Weltwaertslern klasse, die Methoden sehr kreativ und suess, die Diskussionen konstruktiv, der Ort himmlisch und das Essen voll lecker. Ich habe mich sogar mit Kathi ausgesprochen und hatte dabei das wohl ehrlichste und beste Konflicktgespraech meines bisherigen Lebens und konnte mich so mit ihr aussoehnen und heute mit ihr im Guten auseinander gehen. Wunderbar. Der Austausch mit den Anderen uber unsere Erfahrungen war sehr hilfreich, da einem so bewusst wurde, dass man es selbst nicht als Einzige schwer hatte und Erfahrungen oft gleich waren. Ausserdem habe ich total viele Komplimente von allen Seiten bekommen. Im Endeffekt waren es so viele, dass ich nach dem persoenlichen Auswertungsgespreach mit Gemma, wo sie mir auch noch einmal eine tolle Entwicklung attestiert und mich fuer meine gute Arbeit gelobt hat, erst einmal vor lauter Gefuehlsfuelle heulen musste – natuerlich aus Ruehrung, wie es bei mir immer der Fall ist. Ja, bei der MTE hatte ich das Gefuehl , mich endlich mal wieder ausleben und so sein zu keonnen, wie ich wirklich bin. Diese Seite an mir kannten auch viele aus Kundapur an mir noch nicht, was ja eigentlich sehr schade ist. Am letzten Abend hatten wir eine geile open air Party, wo wir alle endlich mal wieder ausgelassen sein konnten und uns nicht beobachtet, reglementiert und kontrolliert fuehlen mussten. Die MTE war wirklich ein Highlight meines Aufenthaltes bislang und ich konnte auch mit den Kundapurern Beziehungen noch festigen oder erst aufbauen, was mich sehr freut. Jetzt geht es gleich los nach Mumbai und ich bin schon ganz kribbelig. Udaipur, wo ich am Sonntagmorgen ankommen werde, soll sehr schoen und romantisch sein und obwohl ich etwas Schiss habe, bin ich auch voller Vorfreude. Ich platze fast. Ich muss jetzt noch kurz etwas Obst und Wasser fuer die Fahrt kaufen, werde noch duschen und dann zum Bahnhof fahren. Am 23. Maerz geht mein Flieger zurueck nach Mangalore. Versuche mich mal zwischendurch zu melden. Viele Gruesse und helau (ist ja Karneval), eure Mareike

21.2.09 10:16

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