Rajasthan und Nepal

Halloechen, Nach zweiwochiger Pause melde ich mich wohlbehalten aus Nepal!!! Yay, bin endlich angekommen!!! Die Hochzeit in Udaipur war super. Ich durfte sogar an der nach Mitternacht stattfindenden Hochzeitszeremonie mit dem Brahmin teilnehmen, was normalerweise nur fuer die Familienmitglieder ist und wurde dann noch mit zu denen nach Hause genommen, wo die Braut im Haus des Braeutigams willkommen geheissen wurde. Dann war es schon halb 5 und ich wurde mit der Oma und der juengeren Schwester von Pallavi in ein Bett gesteckt, weil es zu spaet war, um mich nach Hause zu bringen… Am naechsten Tag hatte ich eine Mordstour vor mir, mit dem local Bus nach Jodhpur, der blauen Stadt, was mit Unterbrechung in Ranakpur, wo einer der schoensten Mamortempel der Jains in ganz Indien steht, 8 Stunden Reise bedeutete. Zu allem Ueberfluss ging es mir nicht so gut, da ich am Tag zuvor anscheinend Leitungswasser getrunken und so frittiertes Zeug gegessen hatte, was mir auf den Magen schlug und der fehlende Schlaf tat sein uebriges. Trotzdem, einen weiteren Tag in Udaipur haette ich nicht verbringen wollen, da ich nach 5 Tagen dort, schon einen leichten Koller verspuerte und unbedingt etwas anderes sehen wollte. Jodhpur war wirklich nur einen Tag wert, da es dort nicht mehr als die Festung mit einem Mohgul-Palast gibt und die Bazaare in der alten blauen Stadt, die nur einen Bruchteil Jodhpurs ausmacht, nicht viel hergaben. Von dort, so hatte ich es mir in den Kopf gesetzt, wollte ich, wie im Rough Guide beschrieben, die Ueberlandtour mit dem Bus mit Zwischenstopps in zwei kleinen Orten machen. Der erste Ort war meines erachtens ein Reinfall und ich hatte mein erstes richtiges Tief,weil ich zu viel Zeit damit verbrachte, nach einem Laden zu suchen, wo ich mein Handy aufladen konnte und die vielen Tempel, die es in dem Ort gab, nicht fand – einen Guide jedoch auch nicht engagieren wollte. Nach 3 Stunden Fahrt war ich dann in Phalodi von wo man sich angeblich Fahrraeder ausleihen konnte, mit denen man zum Crane – watching in ein Nachbardorf fahren konnte. Ich konnte jedoch das Hotel nicht finden, wo man die Fahrraeder ausleihen sollte und hatte auch nicht sonderlich viel Zeit. Leicht verzweifelt nach dem Flopp in Osyan, zuvor, ging ich erstmal einen Chai trinken, um auf andere Gedanken zu kommen und vielleicht eine Loesung zu finden. Der Angestellte dort erzaehlte mir, dass der Fahrradverleih seit zwei Jahren geschlossen hatte (mein Reisefuehrer ist von 2005) und dass man die Voegel, anders als dort beschrieben nicht den ganzen Tag lang beobachten koenne. Also liess ich mich ueberreden, quasi um den Tag zu retten, dass er mich gegen Bezahlung mit dem Motorrad ins Dorf fahren wuerde und er sich fuer mich nach Bussen Richtung Jaisalmer, meiner naechsten Station umhoeren wuerde. Im Endeffekt war das eine gute Loesung fuer mich, denn die vielen Voegel zu sehen war wirklich einzigartig und die 3 Stunden in Pahlodi/ Kecheen gaben mir eine Verschnaufpause vom Busfahren. Leider war meine Kamera in Jodhpur auf misterioese Weise kaputt gegangen, sodass ich nur Bilder mit meinem Handy schiessen konnte. Zum Gleuck gab es dann noch einen Tourist Bus, der direct nach Jaisalmer fuhr, wo ich am Abend guenstig in einem Guesthouse unterkam. Den naechsten Tag verbrachte ich damit, meine Kamelsafari zu organisieren und mir die Sandsteinfestung in Jaisalmer anzusehen. Der Besitzer der Travel Agency, die im Rough Guide vorgeschlagen wurde, stellte sich als sehr hilsbereit heraus, gab mir einen kleinen Discount, Chai und lieh mir grossherzigerweise seine Kamera fuer den Tag und die Safari, damit ich mit meiner SD Karte darin, trotzdem Bilder machen konnte. Ich wurde sogar noch auf ein Essen eingeladen (die Reste des Firmenmittags, sodass ich mir das Geld fuer eine Mahlzeit sparen konnte.) Die Kamelsafari bekann um 6.30 Uhr frueh am naechsten Tag. Mit mir kamen eine Englanederin (um die 40) und zwei kanadische Schwestern aus Toronto. Sie waren sehr nett, gespraechig und hatten eine guten Humor, sodass diese Safari wirklich ein einmaliges Erlebnis war. Wir wurden mit dem Jeep 1 Stunde lang in die Wueste gefahren und umgingen so die anderen Touristen, die in den naehergelegenen Teilen ihre Safaris machten. Wir ritten dann nach einem Fruehstueck ca. 1 Stunde, besuchten verschiedene Wuestendoerfer auf dem Weg und ruhten uns zur Mittagszeit im Schatten eines Baumes aus. Das Essen (immer frisch, mit viel Gemuese und selbstgebackenen Chapatis ueber einem Feuer gemacht) war sehr lecker und zum Zeitvertreib spielten wir Karten. Am Abend kamen wir in Saharaaehnlichen Sandduenen an, wo es Abendessen gab und wir uns in unseren sehr konfortablen Betten unterm Sternenhimmel ueber seltsame Leute und Missverstaednisse mit Indern unterhielenten. Nach dem Mittagessen am naechsten Tag musste ich schon frueher los, um meinen Zug nach Jaipur zu bekommen, wo ich meine Kamera reparieren lassen wollte. Ich kam dort am naechsten Morgen sehr frueh an, weshalb ich im Wartezimmer noch ein paar Stunden (auf dem Boden) schlief, um die Zeit bis zur Oeffnung der Geschaefte zu ueberbreucken. Nachdem ich meine Kamera abgegeben hatte, fuhr ich mit dem Bus nach Pushkar, einem heiligen Pilgerort inmitten von Bergen in der Wueste, wo der Legende nach Brahma, der Schopefergott einen See erschuf, indem er eine Lotusbluete an der Stelle fallen liess. Der Ort ist vergleichbar mit Varanasi. Hier gab es 1000 Tempel und wenn die Hindus sich dort nach dem Tod verbrennen lassen, werden sie nicht wiedergeboren, sondern ihre Seelen gehen direct ins Nirwana. Der Ort ist sehr relaxed und hat gute Einkaufmoeglichkeiten. Also gab ich in den zwei Tagen, die ich dort verbrachte, mein bisher gespartes Geld fuer Bangles, Schmuckkaestchen und Schmuck aus. Aus logistischen Gruenden musste ich auf einen Abstecher zum Taj Mahal in Agra verzichten, was ich jedoch vielleicht ein ander mal nachholen kann. Von Pushkar machte ich mich ueber Dehli und Gorakhpur auf den Weg nach Nepal. Bis ich endlich in Pokhara ankam, dauerte es 3 Tage, die ich vornehmlich in Bussen und Bahn verbrachte. An der nepalesischen Grenze steckte ich zeitweilig fest, da durch Strassenblockaden der gegen die nepalesische Regierung rebellierenden Maoisten, keine Busse (das einzige Massentransportmittel neben dem Flugzeug in Nepal) fahren konnten. Ich dachte sogar kurz daran, wieder nach Iniden zurueckzufahren, doch gluecklicherweise gab die nepalesiche Regierung gestern Nachmittag um 12 die Wege nach Verhandlungen mit den Maoisten frei, sodass die Busse endlich fahren konnten. Wegen den auf der Strasse liegenden Steinen und weiterhin bestehenden Unterbrechungen dauerte die Fahrt 11 Stunden… weshalb ich gestern erst gegen 11 Uhr nachts in Pokhara ankam, wo die Buergersteige bereits hochgeklappt waren. Die moisten Guesthouses waren auch bereits voll und die Rezeptionen nicht mehr offen, auf meiner Suche nach einer Bleibe traf ich jedoch zum Glueck die Daenin Lena, die mir anbot in ihrem Zimmer uebernachten zu koennen, was ich dankbar annahm. Heute wird in ihrem Guesthouse ein guenstiges Zimmer frei, was ich belegen kann. Also Ende gut alles gut?! Heute morgen habe ich mit Lena, einem mit ihr befreundeten Australier und einem konstant paraglydenden Amerikaner nahmens (ohne Scherz) Spidermonkey mit genialem Seeblick und Mountainpanorama gefruehstueckt und mich mit ihnen zum Abendessen verabredet. In kuerzester Zeit habe ich auch schon mein Geld verpulvert, weil sich echte Pashminaschals fuer 18 Euro und extra fuer mich angefertigte Ohrringe nach meinem Design fuer 11 Euro einfach zu verlockend anhoeren. Ich will jetzt auch noch den Paragliding Flug fuer morgen organisieren und schauen, dass ich in zwei Tagen an einem Rafting Trip Richtung Katmandu teilnehmen kann. Mir gehts also Spitze und ich freue mich auf die letzten zwei Wochen meiner Reise. Alles Liebe, euere Mareike

11.3.09 10:47

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bisher 3 Kommentar(e)     TrackBack-URL


(11.3.09 22:28)
Liebe Mareike,

bin baffst!

Weiter so

rritva


S.I. (13.3.09 10:17)
Liebe Mareike, der Paragliding-Trip müsste nun einen Tag hinter dir liegen. Lebst du noch?!?! Und: auch wichtig: Ist dein Fotoapparat wieder heile? Fragen über Fragen, die du vermutlich vom Rafting aus nicht beantworten können wirst, aber vielleicht aus Katmandu? Wär ja nett ;-)


Oma und Oskar (13.3.09 21:50)
Hallo liebe Mareike,
es ist ja unglaublich, welche Entfernungen Du zurücklegst.
Ich habe den ganzen Abend gebraucht, diese Strecke
an Hand der Reisekarte vom Baedeker "Indien" zu verfolgen und mir bei Google auch noch Fotos anzusehen. Jetzt will ich auch noch die "Orte" im Baedeker nachlesen.
Auf diese Weise haben wir eine kleine Vorstellung, wo Du schon überall warst und gesehen hast. Du bist uns ja einige Tage voraus!
Wenn ich Fotos von Pokhara sehe, denke ich an British Columbia!!
Also weiterhin viel Glück und gute Reise, in Gedanken immer bei Dir
Oma und Oskar

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