Nach so langer Zeit mal wieder...


Hallo meine Lieben,

da melde ich mich mal wieder aus dem warm-heiss-heissen! Indien. Sitze gerade in Bangalore in der Wohnung eines Kumpels von Jule (einem sehr sympathischen und hilfsbereiten Inder) und darf in seiner Abwesenheit den Computer benutzen. Zuvor hat er mir das Casio Service Center gezeigt, wo ich meine Kamera reparieren lassen will. Da ich ansonsten bis zum Abend im Cafe abgehangen haette, hat er mich in seine Wohnung eingeladen, wo ich gleich Spaghetti kochen darf - yay!!

Der Grund, warum ich in Bangalore bin, ist jedoch, dass ich die Finnin Kukka, die ich im Weihnachtsurlaub in Kerala kennen gelernt und in Nepal wiedergetroffen habe, in ihrem Projekt in der Naehe von Bangalore besucht habe. Sie arbeitete (heute ist ihr Rueckflug nach Finnland) dort in einem Dalit-Dorf, in dem ein Kulturzentrum aufgebaut wurde und jedes Jahr ein children's festival stattfindet, in dem arme Kinder aus der Umgebung (diesmal waren es satte 350 Kinder) mit beruehmten Kuenstlern, Dramaturgen und Saengern aus Karnataka in drei Wochen Theaterstuecke und Taenze einueben. Es ist unglaublich, was dabei herausgekommen ist: die Kinder (6-14 Jahre alt) haben so viel Kraft und Lebensmut ausgetrahlt, haben super Disziplin gezeigt, toll geschauspieltert und alles in drei Wochen einstudiert. Das war mit professionellen Projekten in Deutschland (ich sag nur Le Sacre du printemps mit sir simon rattle in der Berliner Philharmonie)   vergeleichbar. Die Requisiten waren alle selbst gemacht, es gab Kostueme fuer alle Kinder, die Musik wurde live dazu von den Folksaengern und Trommlern gemacht und die Stuecke waren selbstgeschrieben. Es herrschte eine sehr offene, freundliche Stimmung - und ich muss nochmal sagen, die Kinder waren einfach unglaublich diszipliniert und haben ohne Eltern dort gelebt. Die Eltern kamen dann an diesem Wochenende, um sich die Theaterstuecke anzusehen und ich war total ueberrascht, ueber deren Erscheinung. Ich hatte erwartet, die Aermsten der Armen vorzufinden, aber obwohl die Eltern arm waren, haben sie sich genauso angezogen, wie die Durchschnittsinder, alle hatten Schmuck und einige konnten sogar Englisch sprechen. Die Kinder gingen wohl auch groesstenteils zur Schule und im Gegensatz zu Kundapur, haben die Leute nicht gelacht, wenn ich Kannada gesprochen habe und haben verucht, mich zu verstehen. So konnte ich endlich mal etwas ueben. Kukka hat in drei Monaten dort mehr sprechen gelernt als ich mit Sprachunterricht und konnte sich richtig mit den Leuten unterhalten! Deshalb war sie natuerlich dort auch der Star.

Jetzt geht sie zurueck nach Finnland, wo sie (Ritva aufgepasst), vielleicht unter dem Namen Diana ( sprich Daina)  in einem Museum in Helsinki als Fuehrerin arbeiten wird und danach wahrscheinlich nach Indien zurueckkehrt.

Naja, zu mir:

Wenn ich morgen nach Kundapur zureck komme, werde ich versuchen, die Rezeptesammlung zuende zu bringen, an der ich in den letzten 2 Monaten gearbeitet habe. Ich will soweit kommen, dass eine erste  Auflage fuer  die Freiwlligen, die jetzt gehen, fertig wird und sie die dann zugunsten des community funds unseres Projekts, kaufen koennen. Der Profit soll fuer erste anstehende Ausgaben fuer den Ausbau und Verbesserung der bestehenden Bootstour und des Bee-keeping Projekts da sein, sodass ein bald zu formendes village committe Geld auf ihrem bank account hat und sie das Gefuehl haben, etwas in der Hand zu haben und moeglicherweise etwas zugunsten des Dorfes (langfristig) bewegen zu koennen (was z.B. den Aufbau einer Wasseraufbereitungsanlage, eine Muellabfuhr, oder der Bau einer Bruecke umfassen kann).

Eine sehr gute Nachricht ist, dass ich in drei Wochen das workcamp in Dharamsala (der Exilregierung der Tibeter und Wohnsitz des Dalai Lhamas) leiten darf, was auch einen 4 taegigen trekkingtrip (nat. umsonst fuer mich) umfasst. Wie geil! In einer Woche sind office holidays, in denen ich nach Oooty und Pondicherry (Tamil Nadu) reisen will, Dann ist am 21. und 22. Mai das workcamp leader training in Bangalore und anschliessend reise ich gemuetlich hoch in den Norden, wo ich mir entweder noch das Taj Mahal und/oder den golden Tempel in Amritsar ansehen und mit Suzi (mit der ich mich jetzt angefreundet habe) ihren Geburtstag feiere. Dann ist das das dreiwoechige Workcamp, ich reise wieder gemuetlich runter nach Suedindien und werde im Juli noch ein Workcamp in Kerala (Yoga und Ayurveda) oder in Tamil Nadu (Environment and Tribal Development) leiten. Danach sind es nur noch drei Wochen bis ich nach Hause komme. Ich bin sehr zufrieden mit meiner Planung der naechsten drei Monate!!!!

So, jetzt werde ich mal in den Supermarkt hier um die Ecke gehen und die Zutaten fuer die Spaghetti kaufen. Jummy.

Bei mir ist alles kloar,

eure happy Mareike

11.5.09 13:12

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bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


SI (12.5.09 11:26)
Mareike,
was machst du schon wieder in der Wohnung eines Inders??? Ich dachte, du hättest aus dem letzten Date gelernt. Spaghetti...
Nun ja, jede (Frau) ist ihres Glückes Schmiedin ;-)Nicht gleich die Ringe tauschen ;-)
Ansonsten hört sich deine Planung super interessant an. Ist ja nicht mehr lange bis zur nächsten Session auf dem roten Sofa. Der Sekt steht schon bereit!!
Bis bald am Telefon.


(15.5.09 22:55)
Wie schön, wieder etwas Neues von Dir zu lesen

Ganz liebe Grüße von uns allen!
rritva

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